Sie stecken in einer Zwickmühle, die Hersteller von Werkzeugmaschinen. 2007 hat die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie im vierten Wachstumsjahr in Folge den eigenen Vorjahrsrekord übertroffen. Sie verbuchte einen Zuwachs von 16 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Und auch das Jahr 2008 kann im Grunde schon mit vollen Auftragsbüchern abgehakt werden. Doch was kommt danach?

„Der lange Aufschwung der Branche ist suspekt“, sagte auch Carl Martin Welcker, Vorsitzender des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW), gestern auf der VDW-Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main. Doch bisher gebe es keine Indikatoren, dass es 2009 anders laufe.

Volle Auftragsbücher und Wartezeiten der Kunden auf ihre Maschinen, vor diesem Hintergrund ist es kein Wunder, dass die etwa 67.700 mitarbeiterstarke Branche eigentlich noch mehr qualifiziertes Personal braucht. Eigentlich. Doch die Hersteller stecken in einem Dilemma. „Wir reagieren sehr stark auf Nachfrageschwankungen“, sagt Welcker.

Umsatzschwankungen von 50 Prozent zwischen Spitze und Tal seien in der Vergangenheit keine Seltenheit gewesen. Außerdem könne sich die momentan noch erkennbare Abhängigkeit von der Automobilindustrie (zwischen 30 und 50 Prozent), die internationale Finanzmarktkrise, der starke Euro sowie Einbußen in bisher konstanten Märkten (USA) bemerkbar machen.

Das macht langfristige Bindungen an Mitarbeiter schwierig. Die Unternehmen wünschen sich von daher flexible Arbeitszeitmodelle und Zeitarbeiter, mit denen dem Auftragsboom begegnet werden soll. Doch genau das wird schwierig sein. Denn welcher gut ausgebildete Ingenieur wird sich auf eine zeitlich befristete Anstellung einlassen? Wohl die wenigsten. Und wieso auch, werden doch gerade die Besten mit Kusshand auch von anderen Unternehmen eingestellt. Erschwerend für die Branche kommt hinzu, dass hochqualifizierte Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt rar gesät sind.

Doch um die Weichen für eine positive Zukunft zu stellen, wettbewersfähig zu bleiben, den Innovationsvorsprung zu halten und in den neuen und stark wachsenden Märkten (China, Russland, Italien) weiterhin eine Führungsrolle zu übernehmen, bleiben den Unternehmen wohl nicht viele Alternativen.

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