Hertha BSC U19 vs. 1. FC Magdeburg U19

OlympiaStadion Berlin

Trotz absoluter Überlegenheit, die zeitweise das Gefühl aufkommen ließ, die Magdeburger würden nur mit acht oder neun Spielern auf dem Platz stehen, schaffte es die U19-Auswahl von Hertha BSC heute, eine sicher geglaubte 2:0 Führung noch zu verspielen. Mit übersteigertem Selbstbewusstsein, gepaart mit Arroganz oder wie es Kommentatoren bisweilen zu sagen pflegen, mit pomadigem Spiel, ließ man die niemals aufgebende und kämpferisch äußerst gut eingestellte Mannschaft Magdeburgs in der zweiten Halbzeit erst den Anschlusstreffer erzielen, bevor es dann kurz vor Schluss auch noch zum endgültigen 2:2 kam.

Die Einstellung der Spieler spiegelte sich auch im Publikum wider. Auf der von Sonne beschienen Tribüne des Hanns-Braun-Platzes im Berliner Olympiapark unterhielten sich die Mütter der Berliner über Rezepte und Nebensächlichkeiten des Alltags. Und es kam auch mal die Frage: “Gegen wen spielen die da eigentlich? Sind das Ossis?” Die Mütter der sogenannten Ossis dagegen feurten lauthals ihre Söhne an und führten bei den Toren regelrechte Freudentänze auf: “Da geht noch was! Da geht noch was!”

Der Bomber in Berlin-Köpenick

Gerd M�ller

Es hat alles nichts gebracht. Auch nicht die Mitnahme der Fußballerlegende Gerd Müller, der heute als Co-Trainer eine desaströse Leistung der zweiten Mannschaft des FC Bayern München miterleben musste. 4:1 verloren die Süddeutschen gegen den 1. FC Union Berlin, der zu jeder Zeit das Spiel beherrschte und nebenbei noch einige hochkarätige Chancen vergab. Schade für die Berliner nur, dass es sich nicht um ein Pflicht-, sondern nur um ein Testspiel handelte. Einige herausragende Paraden und das Halten eines Elfmeters machten den Berliner Torhüter Michael Hinz in meinen Augen zum Spieler des Tages.
Die Tore für die Ostberliner schossen vor 2012 zahlenden Zuschauern Nico Patschinski (6.), Mannschaftskapitän Daniel Schulz (35.) sowie der in der zweiten Halbzeit eingewechselte Karim Benyamina (72./80.). Den zwischenzeitlichen Ausgleich für Bayern schoss in der 27. Minute Daniel Sikorski.
Doch Müller dürfte nicht nur mit negativen Eindrücken in die bayerische Landeshauptstadt zurückreisen. Viele Berliner fragten nach einem Autogramm des einstigen Stürmerstars und ließen sich mit ihm fotografieren, was dem inzwischen 62-Jährigem nicht unangenehm zu sein schien und immer wieder ein Lächeln auf sein Gesicht brachte.

Einer meiner Interviewpartner: “Unser Land lebt davon, was sich zwischen den Ohren unserer Köpfe befindet.”

Das Erbe

Vielleicht hätte ich kurz überlegt. Aber ausgeschlagen hätte ich dieses Erbe sicherlich auch nicht. Obwohl es in einer Stadt liegt, der ich nur relativ wenig abgewinnen kann. Sympathisch dagegen ist, dass es nicht im überrenovierten Kern dieser deutschen Ostmetropole zu finden ist, sondern eher am Rand, in der Nähe das Grüne.

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Die Fassade ist runtergekommen, keine Frage. Immerhin wurde wahrscheinlich auch 30 Jahre nichts mehr an dem Objekt getan. Und trotzdem sind die Details noch gut zu erkennen. Kleine Figuren und Malereien werden sich auch noch in naher Zukunft renovieren lassen – insofern das nötige Kleingeld vorhanden ist. 1903 hatte man es noch. Ein Wunder, dass es in der Wendezeit nicht gleich von einem gewissenlosen Spekulanten übernommen und verschandelt wurde. Der ehemalige Besitzer wusste wohl genau, welchen Schatz er da hatte. Ebenso sein Erbe, auch wenn in letzter Zeit anscheinend ganz lukrative Angebote eingegangen sind, gekoppelt an Drohungen, das Denkmalschutzamt einzuschalten. Doch glücklicherweise bleibt der Erbe beharrlich und hart. Ein solches Schmuckstück wird man ansonsten wohl auch nie mehr sein eigen nennen können.

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Doch bevor es an die Hülle geht, wartet im Inneren eine Menge Arbeit. Die langen Jahre der Unbewohntheit haben auch dort ihre Spuren hinterlassen. Die Natur hat Einzug gehalten, hat das Glas der Fenster zwar wohl nicht alleine beseitigt, die Öffnungen dann aber dankend angenommen.

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Auch der Mensch hat nicht unerheblich zum Verfall beigetragen. In Zeiten der Planwirtschaft und dem Mangel an so manchen Gütern, wurde vor Diebstahl nicht halt gemacht. Begehrt waren Holzdielen, ganze Zimmer müssen mit denen nun neu bestückt werden.

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Ebenso scheinen Kacheln Mangelware gewesen zu sein. Ganze Wandzüge wurden von ihnen befreit, was äußerst ärgerlich ist, da nun Abdrücke der Reste gemacht werden müssen, um das alte Bild wieder herzustellen.

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Doch wenn eines Tages auch wieder sämtliche Badezimmer …

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… zu altem und neuem Glanz gefunden haben, ebenso die Küche wieder voll funktionsfähig sein wird …

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… dann wird das Erbe ein ganz persönlicher, kleiner Palast werden. Denn das Haus bietet nicht nur auf drei Etagen ausreichend Platz und Raum für allen möglichen Luxus und Hobbies, sondern auch einen großen Garten, in dem das ganze Kindervolk, das alternativ angeschafft werden kann, um das Haus zu bevölkern, alle Möglichkeiten hat.

Irgendwie bin ich ein wenig neidisch, obwohl ich die ganzen Renovierungsarbeiten wahrscheinlich niemals alleine gestemmt bekommen würde. Ganz im Gegensatz zum jetzigen Besitzer.

Lehrer sollen Gewalttypen kennenlernen

Ein bisschen enttäuscht war ich ja schon. Da dachte ich, Lehramtsstudenten würden in Zukunft während ihrer Ausbildung Karate, Kung-Fu oder Taekwondo lernen müssen, um sich gegen aggressive Schüler zur Wehr setzen und ihnen Grenzen aufzeigen zu können. Gab es doch in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche Übergriffe gegen sie. Dem wird allerdings nicht so sein. Rebecca Friedmann, Leiterin des Weiterbildungsprojekts “Lehrer lernen den Umgang mit gewaltätigen Schülern” an der FU Berlin, sagt: “Wir brauchen kein Karate, sondern Wissensvermittlung.” An den Universitäten werden also auch weiterhin die Gewaltphänomene von Schülern vor allem wissenschaftlich untersucht, den Lehrern aber immerhin diese Erkenntnisse mit auf den Weg mit in den Alltag gegeben.

Statt also selbst die Faust einzusetzen, sollen Pädagogen gewaltbereite Jugendliche in sekundenschnelle einem der drei Typen zuordnen: dem instrumentellen Typ, dem reaktiv-aggressivem Typ oder dem Frust-Typ. Und anhand dieses Erkennens dann Konsequenzen für ihr Handeln ableiten. Denn während bei ersterem Sanktionen und Strafen Wirkung zeigen, bei denen auch schon ein Wachschutz an Schulen helfen würde, müssen für die beiden anderen Typen individuelle Strategien entwickelt werden, die ihnen helfen sollen, derartige Situationen unter Kontrolle zu halten. Gerade der Frust-Typ ist in seiner Lage meist einfach nur auf der Suche nach einem Opfer, an dem er seine Frustration ausleben und sein Selbstwertgefühl wieder aufbauen kann. Hoffentlich wird das nicht gerade der Lehrer sein? Und hoffentlich wird der Lehrer nicht gleichzeitig mit mehreren Typen konfrontiert?

Eine Erkenntnis bisheriger Untersuchungen ist, dass es sich bei den Gewalttätern um eine heterogene Gruppe handelt – jeder einzelne hat sein ganz eigenes Motiv, dass es zu erkennen gilt, um es zu behandeln. Für Lehrer ist es weiterhin wichtig, mit einer wertfreien Haltung auf die Gewalttäter zu zugehen. Moralisierung bringe meist nichts.

Die Nachfrage von Lehrer nach derartigen Angeboten sei da, auch wenn sie in der Freizeit besucht werden müssen. Allerdings gibt es gerade mal für 400 Lehrer Weiterbildungsplätze, viel zu wenig. Problematisch ist auch, dass, wie Landesschulrat Hans-Jürgen Pokall von der Senatsbildungsverwaltung Berlin bestätigt, alle Schulformen mit derartigen Problemen zu kämpfen haben, also alle Lehrer betroffen sein können.

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