Wanderung durch den Nationalpark Torres del Paine im Süden Chiles

Rauhes Wetter, dass innerhalb von wenigen Minuten von Sonnenschein in Sturm und Regen – manchmal auch Schnee – wechseln kann, steile Anstiege, die es in sich haben, ebensolche Abstiege, einen Rucksack auf dem Rücken, in dem die Verpflegung und Ausrüstung für neun Tage Wanderung verpackt ist, inklusive Zelt, und die ganze Zeit Bilder vor Augen, die man sein Lebtag lang nicht mehr vergessen wird, weil sie so beeindruckend, beruhigend, ursprünglich und friedlich sind, dass man am liebsten eins mit ihnen sein will und erst einmal für sich registrieren muss, dass man es in diesem Augenblick sogar ist.

Torres del Paine

Eine gute Vorbereitung auf ein solches Erlebnis ist unerlässlich. Dies gilt für alle, die eine Wanderung durch den Nationalpark Torres del Paine im Süden Chiles planen. Denn gerade die etwa neun Tage dauernde Gesamtrunde um die drei Zinnen (es sind auch kürzere Strecken möglich), hat es in sich – gerade auch dann, wenn man nicht tagtäglich derartige Wege zurücklegt.

Als wir vor exakt einem Jahr in Puerto Natales, dem Ausgangspunkt der Wanderung, eintrafen, hatten auch wir noch keine genauen Vorstellungen davon, was uns die darauffolgenden Tage erwarten wird. Glücklicherweise stießen wir in dem kleinen Städtchen am Ufer des Ultima-Esperanza-Fjords sofort auf eine Anzeige des Erratic Rock Hostels: jeden Tag treffen sich dort bei Tee und Kaffee Abenteuerlustige, die wie wir in den Nationalpark wollten. Rustyn, der auch Herausgeber der Zeitung Black Sheep ist, erzählte uns, was uns erwarten würde, was wir an Kleidung und Verpflegung mitnehmen sollten, wo Plätze zum Camping sind, dass man das Wasser aus den Gletscherbächen trinken kann und allerlei andere nützliche Dinge, die wir befolgen konnten. Wer alleine unterwegs ist, findet dort Partner, mit denen man sich gemeinsam auf den Weg machen kann. Rustyn riet sehr dazu, alleine schon damit immer einer dabei ist, der im Notfall Hilfe suchen kann.

Torres del Paine

Wir legten also noch einen Extratag ein, um alles Nötige zu besorgen. Da die Stadt genau auf derartige Touristen ausgelegt ist, hatten wir auch kein Problem, die wichtigen Dinge zu bekommen. Nüsse und kohlenhydrathaltige Lebensmittel standen ganz oben auf der Liste. Der Rucksack wurde portionsweise mit wasserdichten Beuteln bepackt – jede Rubrik bekam seinen speziellen Platz. Und dann ging es gegen Mittag des darauffolgenden Tags los. Raus in die Natur, die nun über eine Woche unsere Heimat sein sollte, ohne all die zivilisierte Ausstattung, die einem sonst so gewohnt zur Verfügung steht.

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