links for 2008-12-08

Wer seine Sehgewohnheiten mal auf die Probe stellen möchte, wer seinen Kopf für Neues öffnen will und wer zudem an der Antike interessiert ist, dem möchte ich die noch bis zum 15. Februar im Liebighaus in Frankfurt am Main konzipierte Ausstellung “Bunte Götter – Die Farbigkeit antiker Skulptur” empfehlen. Anhand von Untersuchungen mit der Raman-Spektroskopie, der UV-Vis-Absorptionsspektroskopie, der UV-Fluoreszenzfotografie und der UV-Reflektografie, die unter anderem auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wurden, ließen sich selbst an Stellen, an denen sich keine Pigmente erhalten haben, die einst aufgemalten Ornamente aufgrund chemischer und mechanischer Veränderungen der Steinoberfläche wieder sichtbar machen. Anhand von über 30 detailreichen farbigen Rekonstruktionen und 70 ausgewählten Originalexponaten aus internationalen Sammlungen sowie aus dem Bestand des Liebieghauses werden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Polychromieforschung veranschaulicht. Und die sind unerwartet bunt.

Außerdem sehr empfehlenwert: Peter Doig in der Schirn.

links for 2008-12-05

links for 2008-12-03

Nicht weinen, sondern lachen

Die Afroamerikaner mögen zwar jede Menge Gründe zur Trauer gehabt haben, aber klingt ihre Musik deswegen traurig? “Wir lachen, um nicht zu weinen”, hat Sam Cooke mal gesagt. Als Künstler lernst du zu lügen: Weil dein Publikum die künstlerisch verpackten Lügen mehr liebt als die nackte Realität. Du darfst dich nicht zu ernst nehmen, musst auf dem Kazoo dazwischentreten, wenn die Streicher ins allzu Feierliche abgleiten. Aber tief darunter muss doch eine Wahrheit stecken. Das habe ich am Blues immer geschätzt.

(Paolo Conte im Interview mit Jonathan Fischer in der aktuellen “Die Zeit” vom 27.11.2008)

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