Fahrt zur Hölle

Nichts gelernt. So wird man sich wohl eines Tages erinnern an die Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Nach Monaten der Panik, der Konjunkturprogramme, Pleiten, Massenentlassungen und Teilverstaatlichungen lachen vor allem diejenigen, die Teil der Ursache waren und als eine der ersten von den staatlichen Hilfen profitierten. Es geht um die Banken, die nach einer kurzen Phase der aufgesetzten und öffentlichen Demut erst im Stillen, später so als sei niemals etwas gewesen, weiter auf Risiko und den schnellen Erfolg setzen, der ihnen doch so wichtig für das Ego ist. Sie reizen das System weiter aus, vergessen alle zuvor eingestandenen Fehler, leben in Saus und Braus, egal ob sie Verpflichtungen unterschrieben haben, die ihnen das öffentliche zur Schau stellen ihrer wieder in den sechsstelligen Bereich gestiegen Boni verbietet – was wiederum nur ein weiterer Hohn gegenüber den Steuerzahlern auf der ganzen Welt ist, die ihnen den Fortbestand ihres Lebens und Arbeitsplatzes sicherten. Sie treiben das System in nur wenigen Jahren zum Kollaps und werden verantwortlich für große gesellschaftliche Umwälzungen sein. Das Ganze erinnert ein wenig an das biblische Babylon. Aber keine Sorge: Sie werden ihren Spaß gehabt haben. Und auch weiterhin lernresistent sein, wie ich über einen jungen Mitarbeiter einer gerade fusionierten Bank erfahren habe: „Es geht doch schon wieder aufwärts, da können wir dann doch so weitermachen.“

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