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Mitarbeiterbewertungsportale

Das spickmich.de-Urteil durch den Bundesgerichtshof ist gefallen. Es heißt in der Mitteilung der Pressestelle: „Die Bewertungen stellen Meinungsäußerungen dar, die die berufliche Tätigkeit der Klägerin betreffen, bei der der Einzelne grundsätzlich nicht den gleichen Schutz wie in der Privatsphäre genießt.“ Die Richter sprachen aber auch davon, dass „zwischen dem Persönlichkeitsschutz des Betroffenen und dem Recht auf Kommunikationsfreiheit im jeweiligen Einzelfall“ entschieden werden muss.

Neben dem Lehrerbewertungsportal gibt es auch zahlreiche Arbeitgeber- und Mitarbeiterbewertungsportale. Hier habe ich eine Liste einiger dieser Internetangebote zusammengestellt und beschrieben, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um eine Bewertung abzugeben.

bizzwatch
Nach einer kostenlosen Registrierung können Nutzer sowohl ihren Chef als auch Firmen beurteilen. Trotz der Registrierung sind die Bewertungen anonym, heißt es zumindest in den FAQ. Vergeben werden für einzelne Details null bis fünf Punkte. Bewertungen können auch ohne eine Registrierung eingesehen werden.

kununu
Auch bei kununu ist eine kostenlose Registrierung nötig, um Bewertungen abzugeben. Zwar kann hier auch die Arbeit der Vorgesetzten benotet werden, allerdings wird nur das Unternehmen namentlich genannt. Die Standardbewertung umfasst 13 Kriterien mit 38 Detailfragen. Die Seite richtet sich auch an Arbeitgeber. In der Selbstbeschreibung heißt es: „Für Arbeitgeber ist kununu ein wertvoller Feedback-Kanal. “ Unternehmen können auf dem Portal auch Stellenanzeigen schalten.

jobvoting
Bei dieser Plattform ist für Bewertungen keine Registrierung notwendig. Diese wird nur gebraucht, will man sich ein Netzwerk im „Business Club“ aufbauen oder im Forum selbst Beiträge verfassen. Allerdings „werden alle Bewertungen vor ihrer Veröffentlichung redaktionell auf Plausibilität und Verstöße gegen rechtliche oder moralische Prinzipien geprüft.“ Namen von Personen, Geschäftsgeheimnisse oder Beleidigungen in Bewertungen werden von der Redaktion entfernt.

weissaufschwarz
Bei weissaufschwarz ist wieder eine Registrierung für Beurteilungen notwendig. Die Bewertungen sind für jedermann einsehbar, die Bewerter bleiben wiederum anonym. Von Nutzern eingestellte Inhalte werden aber grundsätzlich nicht kontrolliert (Punkt 5.3)

chefduzen
chefduzen ist weniger ein Bewertungsportal als ein Forum, in dem registrierte Nutzer mit Nicknames ihre Meinungen zu Unternehmen verbreiten.

arbeitgebertest
Mit einer Registrierung können Mitglieder anonym Noten an Unternehmen vergeben und Kommentare verfassen. Namen und eindeutige Hinweise auf Personen sind hier ebenso unerwünscht wie unfaire Behauptungen. Unternehmen haben auch die Möglichkeit, Kommentare abzugeben. Diese werden neben die Firmenbewertung gestellt.

kelzen
Bei kelzen finden sich die aktuellen Rankings gleich auf der Startseite. Außerdem ist es ein international ausgerichtetes Portal, auf dem Bewertungen aus der ganzen Welt eingesehen werden können. Auf der Startseite heißt es außerdem, dass schon „weit über 5000 Bewertungen“ abgegeben wurden. Eine Registrierung ist hier ebenfalls notwendig.

Fazit
Prinzipiell kann gesagt werden, dass je mehr Bewertungen ein Unternehmen auf den einzelnen Seiten hat, desto mehr kann von Objektivität ausgegangen werden. Portale mit klaren Regeln, bei denen Einträge auch geprüft werden, bei denen eine Registrierung Voraussetzung für Bewertungen sind, erscheinen mir seriöser, deren Unabhängigkeit immer vorausgesetzt.

Mitarbeiterbewertungsportale sind auf jeden Fall eine Möglichkeit, sich ein Bild über potenzielle Arbeitgeber zu machen. Und Unternehmen können die Internetseiten als Spiegel sehen. Nach einem Blick in ihn können Korrekturen vorgenommen werden bzw. ein eingeschlagener Weg, der gut befunden wird, fortgesetzt werden.

QR-Codes in Anzeigen führen zu Mobile-Recruiting

QR-Code-Siemens

Gestern im neuen Journalist gesehen: Eine mit einem QR-Code (quick response) versehene Printanzeige. Der Code kann mit dem Handy abfotografiert (gescannt) werden und führt den Nutzer auf eine Internetseite mit weiteren Infos.

Diese Methode wird zukünftig auch immer mehr für die Personalsuche genutzt werden, ist das Handy für die Jugend doch das meist genutzte Kommunikationsmittel. Um diese Zielgruppe zu erreichen, werden sich die Unternehmen diesem Verhalten anpassen. Die aus schwarzen und weißen Punkten bestehende quadratische Matrix kann zum Beispiel auf Plakate gedruckt, an schwarzen Brettern angebracht oder, wie bei dem oben zu sehenden Beispiel, in Printanzeigen integriert werden. Schnell können sich Interessenten so weitere Infos zu Unternehmen oder Jobmodalitäten holen: Mobile Recruiting.

Karrieren sagen noch nichts über das Führungsverhalten

Wie sagte doch ein Professor auf einer Konferenz zum Thema Compliance provozierend: „Hätten wir mit so mancher Führungskraft privat zu tun, würden wir sie schnell als Psychopathen abtun.“ Was er damit meinte, ist die Tatsache, dass beruflicher Aufstieg in der Regel auch mit Mitarbeiterführung einhergeht – auch wenn so mancher Führungskraft dazu die psychologische Kompetenz fehlt. So dominieren zahlenorientierte Führungskräfte die Unternehmen, denen es vor allem um kurzfristigen Erfolg und Leistung geht. Ihr Hauptproblem, auch wenn sie analytisch geprägt sind, schnell denken und Projekte initiieren können: Sie sind ungeduldig, können nur schwer zuhören und interessieren sich weniger für die Umsetzung der Projekte. Förderung, Motivation und die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter sind somit weniger ihr Ding.

Führungskräfte können also, fehlt ihnen das Einfühlungsvermögen, auf ihr Umfeld zerstörerisch wirken. Manches Unternehmen trennt deshalb Aufstieg und Führung voneinander. Aufstieg muss nicht unbedingt mit Personalführung zusammenhängen. Mitarbeiter werden konsequent auf zukünftige Aufgaben vorbereitet. Passt es mit der Mitarbeiterführung nicht, so bekommen sie trotz allem die Möglichkeit, Karriere zu machen und aufzusteigen. Sie machen eine Fachkarriere, die von der Vergütung und dem Image den herkömmlichen Karrieren in nichts nachsteht.

links for 2009-07-01

Zur Aufarbeitung der Finanzkrise

„Der – wohl menschlichen – Versuchung, bei einer Entspannung der Situation zum „business as usual“ und damit zu den Fehlern der Vorkrisenzeit zurückzukehren, sollten wir gemeinsam widerstehen.“
(Aus der Begrüßungsrede von Professor Dr. Franz-Christoph Zeitler, Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, auf dem Symposium der Deutschen Bundesbank „Bankenaufsicht im Dialog“)