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Chinas Bedeutung im Jahr 2030

In China entscheidet sich das Schicksal der Welt. Diese Prognose stand im Mittelpunkt des Berliner Zukunftsgesprächs, dass zusammen vom Institut für Zukunftsforschung und Technologiebewertung sowie dem Inforadio des RBB organisiert war. In einer Stunde wollte man dieser Aussage auf den Grund gehen. Viel zu wenig Zeit, wie sich schnell herausstellte, so dass ich hier nur die Kernaussagen zusammenfasse.

Es geht nicht darum, was in China in den nächsten fünf oder zehn Jahren passiert. Es geht um die nächsten 50, 100 oder gar 500 Jahre. In China beginnt gerade ein neuer Lebensrhythmus, in einem Land mit einer langen Geschichte. Die historische Perspektive ist ein sehr wichtiger Aspekt, wenn man sich mit China beschäftigt.

Quantität schlägt schon jetzt langsam in Qualität um.

Die Probleme von China werden zu uns rüberschwappen.

In China gibt es bereits 500 Hersteller von Solarmodulen. Und 70 von Windenergieanlagen. Allerdings wird momentan auch alle zehn Tage ein Kohlekraftwerk eröffnet.

Die Chinesen denken über eigene Theorien der politischen Partizipation nach, die ganz Neues hervorbringen wird.

Die Chinesen interessieren sich besonders für die Zeit Bismarcks und das europäische System der EU. Das Land befindet sich selbst in der Phase einer „Reichsgründung“, am Beginn einer neuen Phase und hofft, von den Europäern lernen zu können. Auch die EU ist ihrer Meinung nach ein Bündnis zwischen Ungleichen. Das Modell interessiert, Europa selbst allerdings nicht so sehr.

Die Verwaltung hat in China die Macht.

Das Wachstum in China ist kein Zeichen von Ehrgeiz.

Das Vertrauen, dass sich die Entwicklung in der jetzigen Form fortsetzt, ist bei den jungen Menschen nicht besonders groß. Deshalb ist der Egoismus unter ihnen sehr groß. Es geht darum, so viel wie möglich in der zur Verfügung stehenden Zeit beiseite zu schaffen.
Gleichzeitig gibt es junge Unternehmer, die die Probleme, vor allem die der Umweltverschmutzung, erkannt haben und ihre Unternehmen nach Nachhaltigkeits- und Ganzheitlichkeitsprinzipien aufbauen.

China wird mit einem Zehntel der Ressourcen auskommen müssen, die es heute verbraucht.

Es gibt im Reich der Mitte 120 Millionen-Städte. Die zu überblicken und zu erfassen ist äußerst schwierig.

Schon heute importiert China 40 Prozent der benötigten Lebensmittel ins Land. Da das Grasland aufgrund der Umweltverschmutzung derart verseucht ist, wird dieser Anteil noch weiter steigen.

Wenn es China gut geht, dann kann das auch nur gut für die deutsche Exportwirtschaft sein.

Tausende Chinesen haben im Ausland, vor allem in den USA, eine hervorragende wissenschaftliche Ausbildung erhalten. Jetzt kehren sie zurück und helfen am Aufbau des Landes – und machen selbst Karriere.

Das Heer der Wanderarbeiter, deren Anzahl nicht genau bekannt ist und sich wahrscheinlich in einer Größenordnung von 220 bis 500 Millionen Menschen bewegt, beinhaltet sozialen Brennstoff.

Die Chinesen gehen sehr geschickt dabei vor, sich den Zugriff auf Rohstoffe zu sichern. Eine Vielzahl von Minen in Afrika sind bereits unter ihrer Kontrolle.

Auf dem Podium in Berlin diskutierten Prof. Dr. Dr. h.c. Rolf Cremer, Dean and Vice Vice-President der China Europe International Business School, Prof. Dr. Rolf Kreibich, Direktor des IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Verfasser der Studie „China 2030“ und Mitglied des World Future Council, Magali Menant, Leiterin der Abteilung Bauen, Energie und Umwelt an der Deutschen Auslandshandelskammer in Shanghai sowie Prof. Dr. Eberhard Sandschneider, Direktor des Forschungsinstitutes der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Ein chinesischer Vertreter war nicht dabei.

Die Gesamtstudie von Rolf Kreibich, die Anlass zu der Veranstaltung war, wurde bei Focus Online veröffentlicht. Inforadio sendet einen Mitschnitt am Sonntag, den 18. Oktober um 12.22 Uhr in der Sendereihe „Apropos Wirtschaft“. Danach wird die Sendung als Audio-Dokument auf deren Homepage zur Verfügung gestellt.

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