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Zentral und doch verborgen

Oft steige ich am Berliner Hauptbahnhof in einen Zug. Und meist komme ich dort dann auch wieder an. Doch heute erst ist mir ein nicht wirklich schöner und angenehmer, doch ruhiger und geschichtsträchtiger Ort gleich gegenüber des Haupteingangs aufgefallen. Dort befindet sich der Gedächtnispark Lehrter Zellengefängnis. Am Eingang befinden sich einige Informationstafeln mit vielen Erklärungen.

gegenueberHBFBerlin

Einreise nach Israel

Das hatte ich mir anders vorgestellt, auch wenn ich schon zahlreiche Geschichten über die Einreise nach Israel gehört hatte. Zwei bis drei Stunden könne ich befragt werden, mancher sei sogar gleich wieder in ein Flugzeug zurück nach Deutschland gesetzt worden, wenn er den dortigen Sicherheitsbeamten nicht geheuer war. Ich wollte nach meiner Ankunft in Tel Aviv nach Ramallah weiterreisen. Mein Gastgeber dort, ein Deutscher, gab mir den Rat, wenn möglich, solle ich dieses Ziel nicht bei meiner Einreise nennen, ansonsten könne es sein, dass ich ein längere Frageprozedur über mich ergehen lassen müsse.

Das musste ich auch so. Da ich alleine reiste, fiel ich wohl besonders auf und wurde sofort nach dem Ausstieg in einer der üblichen schwülen Sommernächte der schönen und lebendigen Küstenstadt Tel Aviv von einer Sicherheitsbeamtin zur Seite gebeten. Wer ich sei, was ich wolle, was der Anlass des Besuchs sei, was ich beruflich mache, wen ich in Israel kenne, was ich mir alles ansehen wolle, wer meine Auftraggeber seien, ob ich von dem Job leben könne, wie ich plane, mich fortzubewegen, wo ich wohnen wolle, all das wurde ich mehrere Mal hintereinander gefragt. Eine einmalige Antwort genügte der Beamtin, die inzwischen einen Kollegen hinzugezogen hatte, nicht. Sie hoffte auf eine Ungereimtheit in meinen Antworten, wollte sehen, ob ich mir selbst irgendwann widersprach. So wiederholte sie immer wieder die gleichen Fragen, etwa 45 Minuten lang. Irgendwann ihre Bemerkung, dass ich etwas nervös sei. Darauf konnte ich nur noch antworten, inzwischen leicht genervt: „Es ist ungewöhnlich für mich, so in einem Land, das ich besuche, begrüßt zu werden. “ Nach weiteren zehn Minuten durfte ich plötzlich ohne ersichtlichen Grund weiter, durfte mich an der Passkontrolle anstellen. „Vielleicht werde ich dort nochmals befragt“, dachte ich. Dem war aber nicht so.

M�nner vor einem Cafe in Ramallah

Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden konnte ich als letzter des Flugs Berlin-Tel Aviv mein Gepäck vom Förderband nehmen. Mein Bekannter wartete am Ausgang. Ein Uhr in der Früh war inzwischen rum. Wir fuhren aus der Stadt, die Luft wurde mit jedem Kilometer, den wir uns von Tel Aviv entfernten, milder. Die Gegend wurde hügeliger, ein angenehmer Wind kam auf. Wir überquerten den Checkpoint Qalandiya, zu dem es später mehr geben wird, und ich hatte den Ausgangspunkt für einige Ausflüge in die palästinensischen Autonomiegebiete erreicht.

In einem Bus in Oberhausen

In einem Berliner Bus habe ich derartige Dialoge noch niemals mitbekommen. Auch nicht in der U-Bahn. Sie passen, alleine schon aufgrund der Klischees, auch viel besser ins Ruhrgebiet. Auch wenn es in Berlin ebenfalls Betriebe gibt, in denen es Schichtarbeit gibt.

Oberhausen

Zwei Männer sitzen sich im hintersten Teil eines Busses gegenüber. Der Sohn des einen sitzt neben dem anderen.
Vater: „Ein Bekannter von mir hat Fleischer gelernt. Er hat seine Gesellenprüfung gemacht, dann den Meister. Jetzt ist er Geschaftsführer eines Real-Geschäfts da hinten in Essen.“
Der andere Mann: „Nicht schlecht.“
Der Sohn: „Real – einmal hin, alles drin.“
Der andere Mann: „Du schaust zu viel Fernsehen. – Oder zu viel Werbung.“
Vater: „Genau.“

Pause.

Vater: „Ist Dein Vater eigentlich schon zu Hause?“
Der andere Mann: „Ja, ist er.“
Vater: „Echt, jetzt schon?“
Es ist etwa 16 Uhr.
Der andere Mann: „Er hat Nachtschicht gehabt. – Die ging von zehn abends bis acht.“
Vater: „Als ich noch beim Zoll war, hatten wir immer drei Schichten.“
Der andere Mann: „Ne, bei denen gibt es nur zwei. Die ham eine Früh- und eine Spätschicht.“
Der Sohn: „Ich wünsch mir ein Schlagzeug.“
Vater: „Ja klar, so weit kommts noch.“

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