Neuigkeiten vom BAföG-Amt

Ich weiß nicht, ob die Studentin – mal abgesehen von einem positiven Bescheid – irgendetwas vom BAföG-Amt ihrer Universität erwartet hatte. Bestimmt aber nicht, durch eine schriftliche Nachfrage zu erfahren, dass ihre Eltern vor sieben Jahren geheiratet haben, obwohl sie doch angegeben habe, die Eltern wären ledig.

Über die Künstler

Vielleicht ist es Neid. Vielleicht auch das Unvermögen, mit Freiheit umzugehen, vielleicht der Frust, selbst den gesellschaftlich unkompliziertesten Weg gegangen zu sein. Vielleicht aber auch nur ein begrenzter geistiger Horizont? Es gibt sicherlich noch einige mehr Möglichkeiten und Vorgeschichten, die zu der Aussage „wer nichts wird, wird Künstler“ führen. Ich selbst kenne den Spruch nur mit „Wirt“ am Satzende, und selbst für diesen Fall stimmt sie nicht zu, die Aussage – es gehört eine Menge dazu, ein guter Wirt zu sein. Genauso wie eine Menge Mut dazugehört, den Weg des Künstlers einzuschlagen. Nicht nur, dass viele der Künstler mit Selbstzweifeln zu kämpfen haben, ob sie überhaupt gut genug für diesen Weg sind, dass sie von den wirtschaftlichen Konsequenzen eines solchen Schritts geplagt werden, nein, auch das Umfeld zweifelt oftmals an dem Sinn dieses Wegs. Es gibt genügend Eltern, die sich für ihre Kinder etwas „Vernünftiges“ wünschen, etwas, über das das Auskommen gesichert ist.

Und selbst wenn der Elternwunsch nach finanzieller Unabhängigkeit ihrer Kinder nachvollziehbar ist, ist bei dieser Sorge doch ein gewisses Paradox festzustellen. Denn gerade die wirtschaftlich gut Situierten sind es doch, die sich so gerne mit ihren kulturellen Streifzügen in die Theater, Museen und Galerien oder auch Kinos schmücken, meinen, man müsste dies und jenes gesehen haben. Treffen sie dann gar mal einen Künstler, sind sie vollkommen hin und weg. Stammt ja auch nicht aus der eigenen Familie. Versucht der eigene Spross jedoch einen solchen Weg zu gehen, wird ihm abgeraten: „Wie wäre es mit BWL, Jura oder Pharmazie? Da hättest du etwas handfestes.“

Nicht leicht für Künstler, sich in einem solchen Umfeld zu bewegen, zu leben. Immer wieder den Vorwurf zu hören, „ihr macht doch da sowieso nichts“. Gestern dann allerdings der Höhepunkt: „Sie ist doch so intelligent. Wieso studiert sie da Kunst?“

links for 2010-04-17

links for 2010-04-16

Stadtgrenzen

Städte haben viele Grenzen. Da ist die Stadtgrenze, es gibt Bezirksgrenzen, soziale Grenzen, Grenzen, die durch Gleise, Autobahnen oder Flüsse entstehen und die Straßen plötzlich enden lassen.
Gestern geriet ich bei einem meiner Streifzüge durch die Stadt in die Bärensiedlung in Tempelhof, einen Wohnhof mit Grünanlage – leider etwas abseits und begrenzt durch die Stadtautobahn und ein Gewerbegebiet gelegen. Und die Vermieter könnten auch mal wieder ein wenig was machen.

Baerensiedlung

Doch die Siedlung hat durchaus ihren Reiz. Sie ist ein Gartendenkmal, in dem sich die Wohnanlage Germania mit immer noch etwa 900 Wohnungen befindet. Die Siedlung wurde 1930/31 angelegt. Der Ursprung ist durch die Zerstörungen im Krieg und den anschließenden Wiederaufbau wohl aber nur noch an einigen Stellen erkennbar.

Fensterschmuck

In der Mitte der Anlage, am Achsenkreuz, ist der Bärenbrunnen. Nicht weit davon, allerdings nicht mehr im Zentrum der Anlage, findet man den einstigen Delphinbrunnen, der heute Märchenbrunnen genannt wird.

links for 2010-04-10