Nach Horx: Gehören Sie zur kreativen Klasse?

Auf dem im letzten Beitrag angesprochenen DGFP-Kongress hörte ich als Schlussredner Matthias Horx, den Zukunftsforscher. Er sprach über die stattfindenden Veränderungen in Arbeit und Organisationsstrukturen hin zu einem kreativen Kapitalismus. Dabei ging er auch auf die von Richard Florida entwickelte Theorie der Kreativen Masse ein. Darunter fallen nicht nur die Einzelselbstständigen und Künstler, sondern alle, die eine kognitive Art anwenden, um Wissen zu produzieren, die Veränderungen, Kultur produzieren. In einem sehr kommunikativen Sinn. Dieser Lebens- und Arbeitsstil wird die Arbeitswelt verändern.

Horx nannte dann neun Fragen, anhand derer jeder selbst einschätzen kann, ob er schon zu dieser Gruppe gehört, wobei die letzten zwei meiner Meinung nach problemlos gestrichen werden können, die letzte gestrichen werden muss:

  1. Werden Sie im wesentlichen dafür bezahlt, etwas Neues zu erzeugen oder machen Sie immer das Gleiche?
  2. Können Sie immer häufiger nicht zwischen Privat und Beruf unterscheiden, sind sie auch privat beruflich erreichbar – und finden Sie das nicht ganz so schlimm?
  3. Kann Ihr Einkommen um mehr als 20 Prozent schwanken?
  4. Ist es Ihnen nicht so wichtig ob Sie fest oder frei sind?
  5. Wissen Sie nicht so genau wie Ihr Beruf in zehn Jahren heißen wird?
  6. Sehen Sie sich als Ihr eigener Arbeitgeber auf dem Markt der Talente?
  7. Bekommen Sie die meisten Jobs durch Empfehlungen im Netzwerk statt durch Werbung?
  8. Wissen Sie was Brand Eins und Fast Company ist?
  9. Welche Marke bevorzugen Sie: Windows oder Apple?

Horx zitierte daraufhin Konfuzius: „Wenn du liebst was du tust, wirst du nie in deinem Leben arbeiten.“ Es geht also auch anderes als über die klassische Erwerbsarbeit.

Die abschließende Erklärung von Horx über den kreativen Kapitalismus liefere ich dann noch mit:

„Die grundlegende Idee hinter kreativem Kapitalismus ist eben nicht, den Kapitalismus zu überwinden, sondern ihn auf seine kreativen Formen ein Stück weit rückzubeziehen. Er ist nicht erfunden worden, um Menschen zu quälen, Wirtschaft ist nicht ein Produkt einer Verschwörung von oben, sondern sie ist letztendlich ein Produkt genuin menschlicher Tätigkeit. … Ins Zentrum rückt das Können und das Talentkapital – dieses Können und Talentkapital müssen wir messen können – wir müssen es verbessern können, wir müssen es ins Bewußtsein heben. Und das Ziel dieser Operation mit Hilfe von Technologien, Netzwerken und Kreativität ist nicht mehr allein das Wachstum, Wachstum muss sich letzten Endes daraus ergeben, es ist die Lebensqualität, die Kundenzufriedenheit, aber auch die gesteigerte Lebenszufriedenheit der Menschen in ihrer vielleicht wichtigsten Bildungstätigkeit, nämlich dem Beruf.

Das heißt auch, dass für den Einzelnen, für das Individuum, eine andere Priorität entsteht. Karriereerfolg ist definiert in unserer Kultur ganz oft über das Haben und das Erringen von Geld in der Karriere. Das ist gut und schön, aber es ist im Grund eine verkürzte Form das Leben zu leben. Über Geld zum Erfolg führt meistens nicht ins Glück und schon gar nicht in die Selbstverwirklichung. Das können wir umdrehen und das ist der Grundgedanke des Kreativen, dass wir zunächst einmal Menschen in ihrer Entäußerung in Bezug auf die Arbeit sehen und daraus wird sich Lebensglück und dann auch Geld mit Sicherheit entwickeln.“

Delicious-Links

Be Sociable, Share!

Kommentare

Leave a Reply