Going in- and outside. Oder auch nicht.

Es ist heiß. Die Sonne brennt auf das kaum bewachsene Land, auf die rotbraune Erde. Am Straßenrand sehe ich immer mal wieder alleine in der Landschaft stehende, aus Planen aufgespannte Zelte. Manchmal liegen einige magere Ziegen davor. Es ist still, Bewegung ist da draußen kaum auszumachen. Auf einigen Hügelkuppen weht ein leichter Luftzug durch die offenen Fenster des Sammeltaxis, mit dem ich an diesem Tag auf dem Weg nach Jerusalem bin. Es ist voll, zu sechst sitzen wir in zwei Dreierreihen hinter dem Fahrer, im Kofferraum einiges an Gepäck der Mitreisenden. Ich selbst habe kaum etwas dabei, bin der einzige Europäer und will abends wieder zurück nach Ramallah.

Am Checkpoint Qalandiya, da wo es von der Westbank nach Israel geht, direkt nach Südjerusalem, müssen wir das Taxi verlassen – mitsamt dem Gepäck. Der Taxifahrer wird den Checkpoint mit dem Kleinbus an einer dafür vorgesehenen Stelle überqueren, wir anderen stellen uns in eine Schlange von anderen Wartenden. Die Stimmung ist angespannt. In vielen Schlangen geht es kaum voran. Irgendwann komme ich in einen Gittergang, der so schmal ist, dass man nur noch einzeln hintereinander herlaufen kann. Links Gitter, rechts Gitter, oben Gitter. Es folgt ein Drehkreuz, das immer mal wieder blockiert wird – manchmal steht gerade jemand darin. Dann sind Container zu passieren. In denen sitzt israelisches Militär. Die meisten von denen sind wohl so 18 oder 19 Jahre alt. Über einen Lautsprecher kommunizieren sie mit den Vorbeilaufenden.

Etwa fünf Personen vor mir passieren gerade drei Araberinnen die Panzerglasscheiben. Über die Lautsprecher werden sie auf hebräisch zu irgendetwas gebeten. Ich verstehe es nicht, die drei Frauen auch nicht. Sie werden angeschrien, erst weiter auf hebräisch, dann auf Englisch. Sie verstehen es noch immer nicht. Sie sollen die Arme nach oben strecken und an den Scheiben vorbei laufen. Ein hinter ihnen stehender Mann übersetzt es ihnen. Pässe und Genehmigung sind durch die Scheibe zu zeigen. Manchmal müssen sie auch durch eine Schiebevorrichtung in das Innere des Containers gereicht werden. Das Gepäck passiert auf einem Förderband Sensoren – wie am Flughafen.

Auf der anderen Seite wartet das Taxi. An diesem Tag kommen alle Mitfahrer durch die Kontrollen. Mir wird erzählt, dass dies nicht immer so ist. Einige Menschen habe demnach nicht die Berechtigung, die Grenze zu passieren.

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