Digitale Natur

Das Sonne scheint durch die Baumkronen, die verträumte Schatten auf den Weg werfen. In den Sonnenstrahlen sieht man manch kleinen Käfer. Hinten auf der Lichtung, die noch zweihundert Meter vor uns liegt, schaut ein Reh nach oben, es hat uns bemerkt. Auf dem Hügel, von dem aus wir ins Tal stiegen, sahen wir große Vogel über uns kreisen. Wir? Nein, alle bis auf einen. Der lief einen Großteil der Zeit mit seinem Smartphone neben uns, starrte auf das Display, setzte digitale Markierungen in seinem digitalen Kartenmaterial, um später nachvollziehen zu können, wo wir überall waren, um zu wissen, wie viel Weg wir zurückgelegt haben. Er grillte unser Abendessen schon virtuell mit einer Spaß-App – leider verbrannten zwei Steaks.  Er schlug Unstimmigkeiten aus unseren Gesprächen in Nachschlagewerken nach, keine Frage blieb unbeantwortet: „Moment, das wissen wir gleich.“ Fotos wurden sofort Orten zugeordnet.

Ich bin kein Technikmuffel. Doch das war anstrengend.

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