Der doppelte Läufer

Im Herbst wird es langsam schwierig, sich bei Helligkeit fit zu halten – zumindest wenn man zur Tageszeit seinem Broterwerb nachgeht. Und so zieht man immer häufiger und von Abend zu Abend länger seine Runden unter Laternenlichtern. Und da beginnt das Spiel mit den eigenen Schatten, die sich je nach Lichteinfall mal doppelt, mal einfach zeigen.

links for 2010-10-12

Abseits vom Schuss

Es ist zwar schade, aber an manchen Orten ist es mehr als verständlich, dass sie aufgrund ihrer Schönheit viele Menschen anziehen. Volle Busse kommen an, Souvenirstände säumen die Wege, Cafés bieten Snacks und manchmal gibt es gleich vor Ort eine Herberge. Und dann lässt man sich mit dem Besuchertross treiben und vergisst vielleicht sogar irgendwann all das Tamtam um sich herum, nimmt nur noch den eigentlichen Ort wahr. Froh waren wir aber trotzdem, noch die Kraft zu haben, uns von der Masse entfernen zu können, in die Tiefe der kühlen Waldtäler zu tauchen und unsere eigenen Wege zu gehen.

Wir liefen von Rathen hinauf zur Bastei und von dort nach Rathewalde. Weiter ging es durch den Amselgrund bis zum Höllengrund. Den Pionierweg entlang. Wir passierten das Buttermilchloch und kamen über den Knotenweg zur Teufelsbrücke, die unterhalb von Hohnstein liegt. Wir wanderten das Polenztal hinunter bis knapp hinter die Polenztalwächter. Über den Mordgrund, den Füllhölzweg und den Koppelgrund kamen wir wieder nach Rathen.

Am zweiten Tag liefen wir von Hinterhermsdorf durch das Kirnitzschtal.

links for 2010-10-09

links for 2010-10-08

Egal ob ganz oder halb

Und am Ende des Aufenthalts in Bayern gab es dann doch noch einen Schweinsbraten mit Kruste und einem Kartoffelklos – in einem alteingesessenen Wirtshaus. Das ist schon so eingesessen, dass mich der Ober gleich in Englisch nach meinen Wünschen befragte. Und dazu eine Maß Bier in einem Glaskrug, wie man sie aus dem Fernsehen vom Oktoberfest kennt, auf das ich es Montagabend nicht mehr geschafft hatte. Wohin ich es noch nie geschafft habe. Wohin ich es viele Jahre überhaupt nicht schaffen wollte. Aber wenn man schon mal in der Stadt ist. Dabei hatten sie es dieses Jahr extra um einen Tag verlängert. Nicht für mich. Aber bisher war es wohl so, dass der letzte Tag immer der Sonntag war. Dieses Jahr war es der Montag und deswegen sah ich in den S- und U-Bahnen immerhin noch einige fesche Madels und Burschen, die nicht zu müde waren, sich auch die dazugekommene Nacht noch um die Ohren zu schlagen. Mancher kauerte am nächsten Morgen in einem Häusereck. Die ganze Maß hätte es übrigens auch nicht sein müssen. Doch dann hätte ich eine Halbe bestellen müssen, wie mir der Ober auf Nachfrage erklärt. “En halbes Helles”, oder so, sagt man dazu.

links for 2010-10-07

Auf Messen

Wenn gefühlte 5.000 Menschen um einen herum alle den gleichen Klingelton haben, dann kann das ziemlich anstrengend sein – vor allem wenn es dann auch noch der eigene ist.

links for 2010-10-05

Bases

So über das Jahr verteilt ist man doch ganz schon viel unterwegs, reist für unterschiedlichste Termine quer durch Deutschland. Auf einer Zugfahrt kürzlich ist mir aufgefallen, dass es so einige Städte gibt, in denen ich mich schon ganz gut auskenne, in denen ich kein Problem habe, einen Ort zu finden, an dem ich den Abend verbringen möchte bevor es wieder ins anonyme Hotelzimmer geht – noch schöner sind natürlich Städte, mit denen man außerdem noch ganz konkrete Geschichten verbindet. Leider geht es in diese Städte viel zu selten und so durchquere ich hin und wieder Stadtviertel, die nicht wirklich spannend sind.

Hier meine Städte für zukünftige Stopps:
Frankfurt/Main, Gießen, Marburg, Ingolstadt, Ansbach, Leipzig, Dresden, Friedberg/Hessen, Bad Nauheim, Köln, Düsseldorf

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