Überlegungen zum Begriff Work-Life-Balance

Ich muss gestehen, ich war nicht ganz genau. Dabei habe ich mehrere Semester Philosophie studiert. Bevor wir in den Seminaren damals begannen, die Texte zu lesen, stand oft erst einmal eine stundenlange Definition der Begriffe an. Wir sollten und wollten uns ja verstehen,  Missverständnisse in der Interpretation und Kommentierung konnte niemand gebrauchen.

Während des heutigen Forums „Leistungsmanagement zwischen Engagement und Burnout“ auf dem DGFP-Kongress in Wiesbaden wurde mir mal wieder die Wichtigkeit dieser Vorgehensweise bewusst. Gert-Joachim Mamber von Hewlett-Packard begann seinen Vortrag auch erst einmal mit Begriffsdefinitionen – kein Wunder, er ist nach eigener Aussage Politologe.

„Wissen Sie woher der Begriff Burnout kommt?“, fragte er zum Beispiel. Stress kommt aus der Materialphysik, Burnout aus der Raketentechnologie. „Eine Stufe fällt vom Himmel, ausgebrannt und leer. Und das wichtigste dabei: Zu nichts mehr zu gebrauchen. Mit der können Sie nicht mehr anfangen, das ist Schrott“, so Mamber. Daran ist ableitbar, was unter der Krankheit zu verstehen ist.

Oder der oft verwendete Begriff Work-Life-Balance – und hier ist der Punkt, bei dem ich mir an die eigene Nase fassen muss, da ich ihn auch oft genug in Artikeln und Gesprächen verwendet habe. Klingt ja so logisch: Es geht um die Trennung von Arbeit und Privatleben – und die Balance zwischen ihnen. Aber auch: Der Begriff impliziert zwei voneinander getrennte Welten. Doch, und ich stimme Mamber hiermit zu: Ist eine solche Trennung überhaupt möglich? Den Menschen wird mit dem Begriff suggeriert, es geht. Die beiden Systeme sind jedoch miteinander verflochten, sie beeinflussen sich gegenseitig. Das weiß jeder. Trotzdem will man sie irgendwie immer trennen.

Mehr zu dem Forum dann bald in der Personalführung.

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