Schwaches Statement zu Zinglers Vergangenheit

Nach den Veröffentlichungen in der letzten Woche um den Präsidenten des 1. FC. Union Berlin Dirk Zingler und seinen DDR-Wehrdienst bei dem Stasi-Wachregiment „Felix Dzierzynski“, war es nur zu logisch, dass auch Pressesprecher Christian Arbeit in seiner Ansprache an die Fans vor dem heutigen Spiel des Hauptstadtclubs gegen Greuther Fürth das Thema aufgriff.

Doch anders als es sich mancher vielleicht gewünscht hätte – in anderen Fällen wurden Themen durchaus beim Namen benannt –  fiel diese heute äußerst unsouverän aus. Zingler hatte bereits in einem Interview zu den Veröffentlichungen Stellung genommen, ebenso der Aufsichtsrat des Vereins. Doch Arbeit nannte in seiner Ansprache weder den Namen des Präsidenten noch viel der Begriff Stasi.

Arbeit lobte stattdessen die Arbeit Zinglers, meinte, dass man sich freuen solle, dass sich der um ein Stehplatzstadion bemüht habe. Schön. Doch was hat das mit der Vergangenheit Zinglers zu tun? Auch die Aussage Arbeits, dass da Leute aus dem „Westen“ gekommen seien, die nun in Berlin leben und arbeiten und nun auch noch über etwas schreiben und urteilen, ohne jemals in der DDR gelebt zu haben, ist schwach. Mag sein, dass da „Fremde“ schreiben. Aber würde das freisprechen?

Die Hammeraussage Arbeits war jedoch, dass er sich freue, in einem Stadion und Verein zu sein, in der jeder neben jedem stehen könne, die Herkunft spiele keine Rolle. Ich möchte Arbeit hier nichts Böses, könnte aber Ignoranz und Verunglimpfung, unterstellen. Liegt es daran, dass es nun um die eigene Vereinsführung geht? Sensibilität sieht anders aus. Die Aussage, dass man in einem Land gelebt hätte, in dem es sich die Menschen auch angenehm machen wollten, schlagen ebenfalls in die falsche Kerbe.

Derartige Bemerkungen führen zu keiner Aufklärung. Eher ist das Gegenteil der Fall, da man den Eindruck gewinnt, dass hier etwas heruntergespielt wird. Eine klare Abgrenzung zur Stasi, wie dies etwa im letzten Jahr bei der Kündigung eines Sponsors der Fall war, wäre glaubhafter gewesen.

Nachtrag am 24.07.2011: Auch Sebastian Stier geht in seinem Artikel im Tagesspiegel auf die Rede von Christian Arbeit ein.

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