Bindung ist wichtiger als Rekrutierung

Für den Mittelstand ist die Mitarbeiterbindung das derzeit wichtigste personalpwirtschaftliche Thema. 63 Prozent der Unternehmen messen ihr eine große bzw. sehr große Bedeutung zu. Dies ist das Ergebnis der Studie „Talent Management im Mittelstand – mit innovativen Strategien gegen den Fachkräftemangel“ (PDF), die von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young in Kooperation mit der ESCP Europe Wirtschaftshochschule Berlin erstellt und Ende 2011 veröffentlicht wurde.

Nach der Bindung setzen die Firmen vor allem auf Personalplanung, Personalentwicklung und einer stellenbezogenen Nachfolgeplanung. Erst an fünfter Stelle kommt der Punkt Rekrutierung und Personalauswahl.

Um neue Mitarbeiter zu finden, setzen die befragten Unternehmen vor allem auf die frühzeitige Identifizierung und Ansprache junger Talente, im Fokus stehen Schüler und Studenten. An zweiter Stelle folgt die Rekrutierung aus der Region, z.B. an Universitäten und Berufsakademien. Etwa gleich auf liegen Maßnahmen im Internet, bspw. E-Recruiting, und die Suche über ganz Deutschland hinweg.

Interessant und ein wenig verwunderlich ist die Tatsache, dass das Thema Diversity Management auf dem letzten Platz der personalwirtschaftlichen Maßnahmen liegt. Ich gehe davon aus, dass sich dies in den nächsten Jahr noch stark ändern wird, das dieser Punkt weiter nach oben steigen wird – vielleicht und hoffentlich mit der Folge, dass er eines Tages ganz verschwindet, dass er selbstverständlich wird und in einem der an der Spitze genannten Maßnahmen aufgeht.

Zu unterscheiden ist hierbei sicher auch zwischen Konzernen und den mittelständischen Unternehmen. In großen Unternehmen ist das Thema Diversity durchaus auf den Agenden vertreten, wie ich auf den zahlreichen Seminaren und Tagungen, die ich im letzten Jahr besuchen konnte, mitbekommen habe.

Interessant ist noch, mit welchen Mitteln die Unternehmen meinen, ihre Arbeitgeberattraktivität steigern zu können. Für 97 Prozent der befragten Unternehmen geschieht dies mit der Zurverfügungstellung eines Diensthandys. Es folgen Dienstwagen (94%), Bonifikationen (86%), flexible Arbeitszeiten (86%), eine betriebliche Altersvorsorge (78%), Teamziele (72%), Zeitwertkonten (39%) und Stock Options (26%).

An der Studie hatten sich 700 Firmen beteiligt.

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