Was ist die Realität

Lange Zeit fragte ich mich, was ist in meinem Sehen die Realität. Ist es das, was ich mit Brille sehe oder jenes ohne Brille. Es gibt da erhebliche Unterschiede, nicht nur in der Schärfe. Auch die Proportionen von Objekten variieren nicht unerheblich, je nachdem ob ich die Brille trage oder nicht.

Trotz dieser Unterschiede entschied ich gestern für mich, dass die Realität immer gerade das ist, was ich sehe.

Gebt mir Fünf!

… trotz des hier auf dem Bild nicht zu sehenden Dauerregens.

Im Harz: zwischen Braunlage und den Forellenteichen

Leseempfehlung zum Theme Bergwandern

Bei dem Artikel „Psychologie mit Ski: Outdoor Coaching bei Windstärke zehn“ auf Spiegel Online kam ich gleich wieder ins Schwelgen, Erinnerungen zu meiner eigenen Schneeschuhtour vor drei Wochen wurden wach – ehrlich gesagt, sind sie überhaupt noch nicht eingeschlafen.

Meiner Meinung nach bedarf es nicht einmal eines Coaches, der dabei ist. Wichtig ist es, in der Gruppe unterwegs zu sein. Da kann man sich vor allem im Rückblick sehr gut in einigen Situationen beobachten und ziemlich gute Schlüsse ziehen.

Treffend finde ich vor allem auch die Aussage der selbstständigen Grafikdesignerin mit dem, was sie über das Aufwärtsbewegen sagt. Das habe ich bei meiner Wanderung auch empfunden. Die Monotonie der Bewegung, die Konzentration auf die eigenen Schritte und das Vertrauen in die eigenen Beine, all das ist wunderbar. Und wenn dann noch ein herrliches Panorama den Blick beglückt, was gibt es Schöneres?

 

Der Wandel im Reuterkiez schreitet voran

Ich habe nichts dagegen, dass sich Viertel ändern, das ist der Lauf der Zeit. Aber wenn ich das Gefühl bekomme, es geht um Gleichschaltung, dann überkommt mich schon ein ungutes Gefühl.

So wie hier im Reuterkiez, dem nördlichen Neukölln, der gerade boomt. Die Mieten steigen, die Geschäftsinhaber wechseln, die Eckneipen verschwinden mitsamt ihrem Inventar und dem Stammpublikum. Dort, wo bis letzten Monat noch ein kleiner Bäcker drin war, ein Treffpunkt zahlreicher Straßenbewohner, dort soll nun ein italienischer Feinkostladen einziehen. So mutmaßen die, die es wissen müssen, da sie hier schon lange und noch leben und vieles im Blick haben.

Auch der Trödel unten im Haus wechselt sein Geschäftskonzept. Statt wie sonst freitags immer auf die Stadtteilversteigerungen zu fahren, wo ganzer Wohnrat unter den Hammer kommt, den er dann verkaufen kann, setzt er von nun an auf das Partyvolk, das allabendlich durch die Straßen zieht – manchmal auch fällt, mitsamt der Flaschen in der Hand. Er sieht eine Zukunft darin, in einem Spätkauf zu stehen. Gerade baut er um. Immerhin ist er zum Change bereit.

So werden von nun an nicht nur in und vor all den Bars, die sich nicht wirklich unterscheiden – unverputzte Wände haben sie alle, ebenso eine schnell eingezogene Bar, und alte Wohnzimmermöbel scheinen sowieso Gesetz zu sein – zukünftig Trauben von Menschen stehen. Nein, sie werden auch direkt vor meiner Haustüre stehen. Sie werden den Weg versperren, ihren Unrat liegen und fallen lassen.

Und das bis in den Morgen hinein. Wenn ich mich auf den Weg zu meiner ersten Trainingseinheit mache, werden sie streitend rumstehen, manchmal auf knutschend. Oder sie werden einfach nur voll im Hauseingang liegen, allein und lallend.

Doch der untrügliche Beweis für den Wandel sind all die Kinderwägen. Wie bereits vom Prenzlauer Berg bekannt und vielfach beschrieben, beginnen auch hier ganze Batterien von ihnen vor Cafes und Kinderstuben zu stehen. Drinnen sitzen Mütter, ganz selten mal ein Vater, und fast immer ist der Nachwuchs das Thema.

Das ist allerdings immer noch besser als über all die Projekte zu reden, die man in Zukunft angehen wolle und die garantiert eine super gewinnbringende Geschichte sind. Das war nämlich mein Eindruck von Berlin, als ich hier vor neun Jahren ankam. Seifenblasen.

Jean Giraud ist tot

Ich bin zwar alles andere als ein Comic-Kenner, noch weiter entfernt davon, als Freak zu gelten, aber als ich vor etwa 15 Jahren zum ersten Mal Comics von Jean Giraud in die Hand bekam, war ich von Beginn an von den Geschichten und Zeichnungen fasziniert. Die Weltraum-Geschichten haben es mir bis heute angetan. Der auch unter dem Namen Moebius bekannte Zeichner starb am 10. März nach wohl langer Krankheit in Paris.

Muss man das erlebt haben?

Die Berliner Hinterhöfe haben ja durchaus ihren Reiz. Dort verbergen sich allerhand geheime Orte, Plätze für Ideen und Räume für Gedanken, auf die die Hausfassaden zur Straßenseite nicht unbedingt schließen lassen. Manche Häuser haben ja gleich mehrere solcher Höfe, kleine Dörfer im bescheidenen Hintergrund.

Spannende Dinge habe ich in manchem Hof schon gefunden: Plattenläden, Cafés, Ausstellungen, unangekündigte Partys und innovative Kleinunternehmen. Nicht zu verachten ist auch so manche wunderschöne Wohnung, bis zu denen der Lärm der Stadt keine Chance hat vorzudringen. Liegt die noch in einer der oberen Stockwerke und ist der Hof nicht zu eng, kommt sogar Licht in die Räume – vielleicht eine ehemalige Fabriketage, die wohntauglich gemacht wurde.

Hin und wieder trifft man in einem solchen Hof aber auch auf Absurdes, auf Abtruses, auf Gruppen, die dort ihren wirren Gedanken nachgehen können – wobei ich jetzt nicht behaupten will, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen Hinterhöfen und derartigen Veranstaltungen gibt.

In solch einen Vortrag geriet ich jedoch zuletzt – fast zufällig. Erst war es irgendwie spannend, da waren unbekannte Gedanken, von den ich dachte: Könnte ja interessant werden, lass dich darauf ein. Das Problem war nur, dass der Vortragende nicht reden konnte, konzeptlos seine Gedanken vortrug, so wie sie ihm in den Sinn und dann aus dem Mund kamen. Immer mal wieder kleine Lacher eingestreut, Freude über eigene „Geistesblitze“. Irgendwann war es nur noch nervend und ich war erleichtert, als ich wieder in das Leben der Straße zurückkehrte.

Porträt meines Karatelehrers

Mein Karatelehrer übt nicht schon immer diesen Beruf (Beruf kommt von Berufung… ;-)) aus. Zuvor war er Wirtschaftswissenschaftler, auf dem besten Weg eine erfolgreiche Finanzkarriere zu starten. Wie es zum Wandel kam, was ihn antrieb und heute bewegt, darum geht es in meinem Beitrag auf Simone Jansons Seite berufebilder.de:
Teil 1 des Porträts: Freiheit finden in sich selbst!
Teil 2 des Porträts: Auf der Suche nach Wahrheit & innerer Stille