Muss man das erlebt haben?

Die Berliner Hinterhöfe haben ja durchaus ihren Reiz. Dort verbergen sich allerhand geheime Orte, Plätze für Ideen und Räume für Gedanken, auf die die Hausfassaden zur Straßenseite nicht unbedingt schließen lassen. Manche Häuser haben ja gleich mehrere solcher Höfe, kleine Dörfer im bescheidenen Hintergrund.

Spannende Dinge habe ich in manchem Hof schon gefunden: Plattenläden, Cafés, Ausstellungen, unangekündigte Partys und innovative Kleinunternehmen. Nicht zu verachten ist auch so manche wunderschöne Wohnung, bis zu denen der Lärm der Stadt keine Chance hat vorzudringen. Liegt die noch in einer der oberen Stockwerke und ist der Hof nicht zu eng, kommt sogar Licht in die Räume – vielleicht eine ehemalige Fabriketage, die wohntauglich gemacht wurde.

Hin und wieder trifft man in einem solchen Hof aber auch auf Absurdes, auf Abtruses, auf Gruppen, die dort ihren wirren Gedanken nachgehen können – wobei ich jetzt nicht behaupten will, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen Hinterhöfen und derartigen Veranstaltungen gibt.

In solch einen Vortrag geriet ich jedoch zuletzt – fast zufällig. Erst war es irgendwie spannend, da waren unbekannte Gedanken, von den ich dachte: Könnte ja interessant werden, lass dich darauf ein. Das Problem war nur, dass der Vortragende nicht reden konnte, konzeptlos seine Gedanken vortrug, so wie sie ihm in den Sinn und dann aus dem Mund kamen. Immer mal wieder kleine Lacher eingestreut, Freude über eigene „Geistesblitze“. Irgendwann war es nur noch nervend und ich war erleichtert, als ich wieder in das Leben der Straße zurückkehrte.

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