Unverständnis

Ich kenne nicht den Stolz oder die Freude, den oder die man als Vater auf seine Kinder hat. Die einer Mutter schon gar nicht. Wie auch? Und trotzdem finde ich es unverantwortlich – gerade, weil ich versuche, mir diesen Stolz oder die Freude vorzustellen – die eigenen Kinder ständig im Netz zeigen und präsentieren zu müssen: auf dem Schoß, beim Wickeln, auf dem Spielplatz oder am Strand. Täglich veröffentlicht irgendjemand irgendwo irgendwelche Bilder des eigenen Nachwuchs‘.

Wie die Leute das fänden, wenn von ihnen ständig ungefragt Bilder veröffentlicht würden? Und: Die Kinder werden es sowieso viel zu früh in ihrem Leben selber machen. Sich präsentieren. Also stellt doch lieber irgendwelche langweiligen Bilder ins Netz. Das wäre Verantwortung.

Pläne für November

Im November wird  es das nächste Mal freie Zeit geben. Und seit Sonntag weiß ich, wie ich sie nutzen werde. Mit diesem Ziel vor Augen lässt es sich gleich viel entspannter arbeiten. Das Vorhaben ist außerdem schon dermaßen präsent, dass es meine Trauminhalte dominiert.

Verraten will ich noch nicht allzu viel. Einen anregenden Tipp habe ich jedoch schon: Werner Herzogs Buch „Vom Gehen im Eis“.

Pausen nutzen

Momentan gibt es wenig Zeit für Pausen, zu dicht sind die Termine gesteckt, um wirklich mal abschalten zu können, zu viele Projekte laufen parallel, da will ich den gewonnen Flow nutzen, um nicht unter noch größeren Druck zu geraten.

 

Wenn es sonntags dann doch mal drei freie Stunden gibt, geht es raus – möglichst mit der angenehmen Verbindung körperlicher Betätigung mit Kultur. Da ist es dann auch egal, dass am Ende nur der Körper befriedigt wurde, die besuchte Kunst nur an der Oberfläche kratzte, ohne in die Tiefe zu gehen, ohne eine tatsächliche Berührung des Geistes hinzubekommen. Und es ist egal, dass es regnet. Immerhin traf der einen.

Reinhold Messner in der Personalführung

Wer hin und wieder hier im Blog vorbeikommt, hat sicher etwas von meiner Leidenschaft für die Berge mitbekommen. Umso erfreuter war ich, als ich gestern die aktuelle Personalführung im Briefkasten vorfand und beim ersten Durchblättern auf ein Interview des Kollegen Christoph Stehr mit Reinhold Messner stieß. (Anm.: Ich bin regelmäßiger Autor für das Magazin.)

Wie in allen Interviews mit dem Grenzgänger, schätze ich auch hier wieder mal die präzisen Aussagen Messners, der schnell auf den Punkt kommt, nicht um Dinge herumredet und den Konflikt nicht scheut.

Besonders interessant finde ich seine Aussagen zu der Abgabe von Eigenverantwortung im Bergsport sowie den Satz: „Die Motivation entsteht im Vorfeld und nicht während des Tuns.“ Dazu gehört auch die im intensive Vorbereitung von Projekten.

Weniger gefiel mir, was aber meinem Alter geschuldet ist, die Aussage zum richtigen Timing von Aktivitäten im Leben. Er traf damit ins Zentrum meiner persönlicher Befürchtung, die ich seit etwa einem Jahr habe: Für gewisse Vorhaben könnte es zu spät sein.

Umso erfreuter war ich daher, dass er selbst immer an Tabus rüttelte, das Unmögliche möglich zu machen. Schließlich war für mich persönlich noch die natürliche Übernahme der Leader-Funktion im Bergsport eine interessante Aussage – das Bewegen in einer archaischen Welt.

Also, wer Zugang zum Magazin hat, sollte das Interview auf jeden Fall lesen.