Reinhold Messner in der Personalführung

Wer hin und wieder hier im Blog vorbeikommt, hat sicher etwas von meiner Leidenschaft für die Berge mitbekommen. Umso erfreuter war ich, als ich gestern die aktuelle Personalführung im Briefkasten vorfand und beim ersten Durchblättern auf ein Interview des Kollegen Christoph Stehr mit Reinhold Messner stieß. (Anm.: Ich bin regelmäßiger Autor für das Magazin.)

Wie in allen Interviews mit dem Grenzgänger, schätze ich auch hier wieder mal die präzisen Aussagen Messners, der schnell auf den Punkt kommt, nicht um Dinge herumredet und den Konflikt nicht scheut.

Besonders interessant finde ich seine Aussagen zu der Abgabe von Eigenverantwortung im Bergsport sowie den Satz: „Die Motivation entsteht im Vorfeld und nicht während des Tuns.“ Dazu gehört auch die im intensive Vorbereitung von Projekten.

Weniger gefiel mir, was aber meinem Alter geschuldet ist, die Aussage zum richtigen Timing von Aktivitäten im Leben. Er traf damit ins Zentrum meiner persönlicher Befürchtung, die ich seit etwa einem Jahr habe: Für gewisse Vorhaben könnte es zu spät sein.

Umso erfreuter war ich daher, dass er selbst immer an Tabus rüttelte, das Unmögliche möglich zu machen. Schließlich war für mich persönlich noch die natürliche Übernahme der Leader-Funktion im Bergsport eine interessante Aussage – das Bewegen in einer archaischen Welt.

Also, wer Zugang zum Magazin hat, sollte das Interview auf jeden Fall lesen.

 

Nicht weinen, sondern lachen

Die Afroamerikaner mögen zwar jede Menge Gründe zur Trauer gehabt haben, aber klingt ihre Musik deswegen traurig? „Wir lachen, um nicht zu weinen“, hat Sam Cooke mal gesagt. Als Künstler lernst du zu lügen: Weil dein Publikum die künstlerisch verpackten Lügen mehr liebt als die nackte Realität. Du darfst dich nicht zu ernst nehmen, musst auf dem Kazoo dazwischentreten, wenn die Streicher ins allzu Feierliche abgleiten. Aber tief darunter muss doch eine Wahrheit stecken. Das habe ich am Blues immer geschätzt.

(Paolo Conte im Interview mit Jonathan Fischer in der aktuellen „Die Zeit“ vom 27.11.2008)