Unterwegs in Brandenburg: Döberitzer Heide

Es sind nur 25 Minuten vom Potsdamer Platz mit der Regionalbahn in Richtung Westen, am Bahnhof Dallgow-Döberitz steige ich aus. Der Weg zur Döberitzer Heide ist von Beginn an ausgeschildert, nach etwa 30 Minuten habe ich den 22 kilometerlangen  Rundwanderweg um die Wildniskernzone des Naturschutzgebiets erreicht.

2004 hat die Heinz Sielmann-Stiftung das 3.600 Hektar-Gebiet, einen ehemaligen Truppenübungsplatz – die militärische Nutzung des Geländes begann schon 1713 mit ersten Truppenübungen unter Friedrich Wilhelm I – erworben.

Da ich den direkten Weg an den Zäunen der Kernzone entlang wähle, komme ich mir ein bisschen so vor, als würde ich Patrouille laufen, für die Tiere ist es aber sicher ein Segen, dass Wanderer nicht die Chance haben, überall hinzukommen. Dafür gibt es im Süden einen Aussichtsturm, im Norden ein Info-Center und Natur Erlebnis Camp.

Mit etwas Glück hätte ich Rothirsche, Wisente, europäische Bison, oder Przewalski-Pferde sehen können. Leider hatte ich kein Glück, trotzdem aber Spaß und viel Bewegung in eisiger Luft – die Wanderjacke hat sich bewährt.

Vorbereitung auf die Berge

Letzte Woche begannen die Planungen für meinen nächsten Urlaub. Es geht in die Berge, Schneeschuhwandern. Neben der materiellen Ausrüstung und einem körperlichen Training geht es dabei für mich vor allem auch um eine seelische und psychische Vorbereitung.

Im Bücherschrank habe ich Reinhold Messners Buch “Arena der Einsamkeit” gefunden. Als Kind habe ich es bereits geschenkt bekommen, veröffentlicht wurde es 1976. Damals versank ich jedoch nur stundenlang in die Bilder und ging gedanklich auf Expedition.

Glücklicherweise kann ich mich jedoch von manchen Dingen nur schwer trennen – Bücher gehören dazu. So konnte ich jetzt ein wenig in die Gedankenwelt Messners eintauchen. Sein Ansatz gefällt mir gut, da er meinem ähnlich zu sein scheint. So schreibt er bspw.: “Die Idee von der Grenze des Alpinismus führt unwillkürlich zur Suche nach der Grenze in uns selbst.”

Und auch wenn meine Reise wohl sehr wenig mit der eines Messners zu tun haben wird – ich bin auch nicht auf der Suche nach der Grenze des Alpinismus -, faszinierte mich am meisten folgende seiner Aussagen:

Wenn jemand bereit ist, seinen Überfluß, seine Bequemlichkeit, seine Sicherheit gegen Abenteuer einzutauschen, so schließt das nicht mit ein, daß er das Leben selbst aufs Spiel setzt, auch wenn er weiß, daß er es dabei verlieren kann.

 

Stadtgrenzen

Städte haben viele Grenzen. Da ist die Stadtgrenze, es gibt Bezirksgrenzen, soziale Grenzen, Grenzen, die durch Gleise, Autobahnen oder Flüsse entstehen und die Straßen plötzlich enden lassen.
Gestern geriet ich bei einem meiner Streifzüge durch die Stadt in die Bärensiedlung in Tempelhof, einen Wohnhof mit Grünanlage – leider etwas abseits und begrenzt durch die Stadtautobahn und ein Gewerbegebiet gelegen. Und die Vermieter könnten auch mal wieder ein wenig was machen.

Baerensiedlung

Doch die Siedlung hat durchaus ihren Reiz. Sie ist ein Gartendenkmal, in dem sich die Wohnanlage Germania mit immer noch etwa 900 Wohnungen befindet. Die Siedlung wurde 1930/31 angelegt. Der Ursprung ist durch die Zerstörungen im Krieg und den anschließenden Wiederaufbau wohl aber nur noch an einigen Stellen erkennbar.

Fensterschmuck

In der Mitte der Anlage, am Achsenkreuz, ist der Bärenbrunnen. Nicht weit davon, allerdings nicht mehr im Zentrum der Anlage, findet man den einstigen Delphinbrunnen, der heute Märchenbrunnen genannt wird.

In einem Bus in Oberhausen

In einem Berliner Bus habe ich derartige Dialoge noch niemals mitbekommen. Auch nicht in der U-Bahn. Sie passen, alleine schon aufgrund der Klischees, auch viel besser ins Ruhrgebiet. Auch wenn es in Berlin ebenfalls Betriebe gibt, in denen es Schichtarbeit gibt.

Oberhausen

Zwei Männer sitzen sich im hintersten Teil eines Busses gegenüber. Der Sohn des einen sitzt neben dem anderen.
Vater: “Ein Bekannter von mir hat Fleischer gelernt. Er hat seine Gesellenprüfung gemacht, dann den Meister. Jetzt ist er Geschaftsführer eines Real-Geschäfts da hinten in Essen.”
Der andere Mann: “Nicht schlecht.”
Der Sohn: “Real – einmal hin, alles drin.”
Der andere Mann: “Du schaust zu viel Fernsehen. – Oder zu viel Werbung.”
Vater: “Genau.”

Pause.

Vater: “Ist Dein Vater eigentlich schon zu Hause?”
Der andere Mann: “Ja, ist er.”
Vater: “Echt, jetzt schon?”
Es ist etwa 16 Uhr.
Der andere Mann: “Er hat Nachtschicht gehabt. – Die ging von zehn abends bis acht.”
Vater: “Als ich noch beim Zoll war, hatten wir immer drei Schichten.”
Der andere Mann: “Ne, bei denen gibt es nur zwei. Die ham eine Früh- und eine Spätschicht.”
Der Sohn: “Ich wünsch mir ein Schlagzeug.”
Vater: “Ja klar, so weit kommts noch.”

Unterwegs in Berlin-Marzahn

Berlin Marzahn

Berlin Marzahn

Berlin Marzahn

Berlin Marzahn

Berlin Marzahn

Berlin Marzahn

Berlin Marzahn

Berlin Marzahn

Berlon Marzahn

Berlin Marzahn

Wer seine Sehgewohnheiten mal auf die Probe stellen möchte, wer seinen Kopf für Neues öffnen will und wer zudem an der Antike interessiert ist, dem möchte ich die noch bis zum 15. Februar im Liebighaus in Frankfurt am Main konzipierte Ausstellung “Bunte Götter – Die Farbigkeit antiker Skulptur” empfehlen. Anhand von Untersuchungen mit der Raman-Spektroskopie, der UV-Vis-Absorptionsspektroskopie, der UV-Fluoreszenzfotografie und der UV-Reflektografie, die unter anderem auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert wurden, ließen sich selbst an Stellen, an denen sich keine Pigmente erhalten haben, die einst aufgemalten Ornamente aufgrund chemischer und mechanischer Veränderungen der Steinoberfläche wieder sichtbar machen. Anhand von über 30 detailreichen farbigen Rekonstruktionen und 70 ausgewählten Originalexponaten aus internationalen Sammlungen sowie aus dem Bestand des Liebieghauses werden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Polychromieforschung veranschaulicht. Und die sind unerwartet bunt.

Außerdem sehr empfehlenwert: Peter Doig in der Schirn.

Sonntags in Bad Saarow

Leicht genervt von drei Mitreisenden Frauen in der Regionalbahn, die sich einen Wettbewerb im Nacherzählen von Boulevardmitteilungen lieferten und über persönliche Kontakte zu C-Promineten freuten, stieg ich schließlich an dem kleinen, jedoch sehr idyllischen Bahnhof von Bad Saarow aus. Nur anderthalb Stunden hatte ich von meiner Haustür, die inmitten von Berlin in einer Wand hängt, bis hierher benötigt. Und trotz dieser Nähe wurde ich sofort in eine andere Zeit katapultiert.

Bad Saarow Bahnhof

Ich konnte mir gleich und gut vorstellen, wie es in dem Städtchen zur Blütezeit wohl ausgesehen haben mag. Das war so zwischen 1920 und 1930. Meine Vorstellungskraft wurde durch die Leere auf dem Bahnhofsvorplatz begünstigt. Menschen waren gegen 11.30 Uhr kaum unterwegs, auch keine Autos. Nur vereinzelt fuhren Fahrradfahrer die alleenartigen Straßen vorbei. Es war eine angenehme Ruhe, die sofort von mir Besitz ergriff.

Bl�tenbaum in Bad Saarow

Im Cafe dem Bahnhof gegenüber frühstückten noch manche, frisches Obst war auf den Tellern zu sehen, der Geruch von Kaffee und frischen Brötchen schaffte es bis auf den Gehweg. Vielleicht aber waren es auch nur irgendwelche Aromen in Gasform, die da versprüht wurden, um über die Nasen an das Geld der Vorbeiziehenden zu kommen. Dieser Gedanke kam mir jedoch erst im Nachhinein, während des Ausflugs belasteten derartige Hinterfragungen nicht mein Hirn.

Kurb�hne Bad Saarow

Bad Saarow ist nicht groß. Ich weiß nicht, ob man vielmehr als zwei Stunden brauchen würde, um sämtliche Straßen abzulaufen. Es gibt ein Krankenhaus, eine Therme und einen Kurpark. Einiges mehr ist natürlich auch noch vorhanden, alles, um die Bezeichnung “Staatlich anerkanntes Sole- und Moorheilbad” zu tragen. Der belebteste Weg dürfte wohl an sonnigen Tagen dieser eine im Kurpark sein, der sich entlang des Ufers vom Scharmützelsee bis zum Yachthafen windet. Na ja, ist wohl eher ein Bootshafen.

Brunnen in Bad Saarow

Die meisten Häuser sind in den letzten Jahren renoviert worden, vereinzelt ist aber auch Leerstand und mögliche Renovierungsarbeiten zu sehen. Die DDR-Vergangenheit ist ebenfalls an manchem Ort erkennbar. Doch scheint man abseits der Hauptstadt zu vergangen Zeiten zu stehen und will sie nicht durch Gedenkbauten an monarchische Zeiten verdrängen.

Bad Saarow Maxim Gorki Schule

Hätte ich ein Rad dabei gehabt, ich hätte den See auch umfahren können. Es sind nur etwa 25 Kilometer. So aber lief ich nur ein wenig den See entlang, weilte hin und wieder in der Sonne, manchmal auch im Schatten und genoss den einen Tag Ruhe und Sauberkeit. In Berlin ist zumindest letzteres doch schon schwer zu finden.

Holzhaus in Bad Saarow

Allerdings: es gibt nur einen Geldautomaten, der auch nicht zur Cash-Group zählt. Man sollte sich also mit Bargeld eindecken, wenn man nicht unnötige Bankgebühren zahlen möchte. Auf die Frage an einen Rettungssanitäter, ob es in der Stadt noch einen weiteren gebe, antwortet der: “Das ist keine Stadt, das ist ein Dorf.”

Bad Saarow Ufer mit Boot und Schilf

Unterwegs in der Mark Brandenburg (1)

Diesmal ging es nach Gransee, Baumgarten und Schönermark.

Gransee:

Gransee

 

Gransee

 

Gransee

 

Gransee

 

Gransee

 

Gransee
Das hier geforderte “Recht auf Arbeit” wollte ich dem Schäferhund im Hof nicht gewähren.

 

Gransee
Hühner.

 

Gransee St. Marienkirche
Die St. Marienkirche in Gransee

 

Gransee Spitalkapelle
Spitalkapelle in Gransee

 

Gransee

 

Gransee

 

 

Baumgarten:

Baumgarten
Baumgarten ist überschaubar.
Die Bewohner, denen ich begegnete, waren sehr nett.

 

 

Schönermark:

Sch�nermark

 

Sch�nermark

 

Sch�nermark

 

Sch�nermark

 

Sch�nermark

 

 

Das Umland zwischen den drei Ortschaften:

Umland von Gransee

 

Das Umland von Gransee

 

Das Umland von Gransee