Drei Methoden zur Mitarbeiterbindung

Auf einer Veranstaltung zum Thema Talentmanagement wurden auch drei Methoden vorgestellt, die Mitarbeiter an Unternehmen binden. Diese drei Formen will ich hier nochmals kurz zusammenfassen.

Die für Unternehmen wohl angenehmste Bindung von Mitarbeitern an sich ist die normative Bindung. Bei dieser fühlen sich Mitarbeiter aufgrund ihres Wertegefühls an das Unternehmen gebunden. Laut einem Referenten ist diese Form jedoch relativ selten zu finden.

An zweiter Stelle wurde die nutzbasierte Bindung genannt. Die ist schnell erklärt: Du gibst mir Geld, ich gebe dir meine Arbeitskraft. Gibst du mir mehr Geld, gebe ich dir mehr Arbeit.

Und drittens gibt es die affektiv-emotionale Bindung. Diese ist die effektivste Methode der Mitarbeiterbindung, denn der Mitarbeiter sagt: „Ich bin froh, für das Unternehmen arbeiten zu dürfen.“ Allerdings wird bei den Unternehmen gerade bei dieser Form noch zu wenig getan. Hier geht es darum, dass die Mitarbeiter das Produkt oder die Dienstleistung richtig gut finden.

Mitarbeiterbewertungsportale

Das spickmich.de-Urteil durch den Bundesgerichtshof ist gefallen. Es heißt in der Mitteilung der Pressestelle: „Die Bewertungen stellen Meinungsäußerungen dar, die die berufliche Tätigkeit der Klägerin betreffen, bei der der Einzelne grundsätzlich nicht den gleichen Schutz wie in der Privatsphäre genießt.“ Die Richter sprachen aber auch davon, dass „zwischen dem Persönlichkeitsschutz des Betroffenen und dem Recht auf Kommunikationsfreiheit im jeweiligen Einzelfall“ entschieden werden muss.

Neben dem Lehrerbewertungsportal gibt es auch zahlreiche Arbeitgeber- und Mitarbeiterbewertungsportale. Hier habe ich eine Liste einiger dieser Internetangebote zusammengestellt und beschrieben, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um eine Bewertung abzugeben.

bizzwatch
Nach einer kostenlosen Registrierung können Nutzer sowohl ihren Chef als auch Firmen beurteilen. Trotz der Registrierung sind die Bewertungen anonym, heißt es zumindest in den FAQ. Vergeben werden für einzelne Details null bis fünf Punkte. Bewertungen können auch ohne eine Registrierung eingesehen werden.

kununu
Auch bei kununu ist eine kostenlose Registrierung nötig, um Bewertungen abzugeben. Zwar kann hier auch die Arbeit der Vorgesetzten benotet werden, allerdings wird nur das Unternehmen namentlich genannt. Die Standardbewertung umfasst 13 Kriterien mit 38 Detailfragen. Die Seite richtet sich auch an Arbeitgeber. In der Selbstbeschreibung heißt es: „Für Arbeitgeber ist kununu ein wertvoller Feedback-Kanal. “ Unternehmen können auf dem Portal auch Stellenanzeigen schalten.

jobvoting
Bei dieser Plattform ist für Bewertungen keine Registrierung notwendig. Diese wird nur gebraucht, will man sich ein Netzwerk im „Business Club“ aufbauen oder im Forum selbst Beiträge verfassen. Allerdings „werden alle Bewertungen vor ihrer Veröffentlichung redaktionell auf Plausibilität und Verstöße gegen rechtliche oder moralische Prinzipien geprüft.“ Namen von Personen, Geschäftsgeheimnisse oder Beleidigungen in Bewertungen werden von der Redaktion entfernt.

weissaufschwarz
Bei weissaufschwarz ist wieder eine Registrierung für Beurteilungen notwendig. Die Bewertungen sind für jedermann einsehbar, die Bewerter bleiben wiederum anonym. Von Nutzern eingestellte Inhalte werden aber grundsätzlich nicht kontrolliert (Punkt 5.3)

chefduzen
chefduzen ist weniger ein Bewertungsportal als ein Forum, in dem registrierte Nutzer mit Nicknames ihre Meinungen zu Unternehmen verbreiten.

arbeitgebertest
Mit einer Registrierung können Mitglieder anonym Noten an Unternehmen vergeben und Kommentare verfassen. Namen und eindeutige Hinweise auf Personen sind hier ebenso unerwünscht wie unfaire Behauptungen. Unternehmen haben auch die Möglichkeit, Kommentare abzugeben. Diese werden neben die Firmenbewertung gestellt.

kelzen
Bei kelzen finden sich die aktuellen Rankings gleich auf der Startseite. Außerdem ist es ein international ausgerichtetes Portal, auf dem Bewertungen aus der ganzen Welt eingesehen werden können. Auf der Startseite heißt es außerdem, dass schon „weit über 5000 Bewertungen“ abgegeben wurden. Eine Registrierung ist hier ebenfalls notwendig.

Fazit
Prinzipiell kann gesagt werden, dass je mehr Bewertungen ein Unternehmen auf den einzelnen Seiten hat, desto mehr kann von Objektivität ausgegangen werden. Portale mit klaren Regeln, bei denen Einträge auch geprüft werden, bei denen eine Registrierung Voraussetzung für Bewertungen sind, erscheinen mir seriöser, deren Unabhängigkeit immer vorausgesetzt.

Mitarbeiterbewertungsportale sind auf jeden Fall eine Möglichkeit, sich ein Bild über potenzielle Arbeitgeber zu machen. Und Unternehmen können die Internetseiten als Spiegel sehen. Nach einem Blick in ihn können Korrekturen vorgenommen werden bzw. ein eingeschlagener Weg, der gut befunden wird, fortgesetzt werden.

Fahrt zur Hölle

Nichts gelernt. So wird man sich wohl eines Tages erinnern an die Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Nach Monaten der Panik, der Konjunkturprogramme, Pleiten, Massenentlassungen und Teilverstaatlichungen lachen vor allem diejenigen, die Teil der Ursache waren und als eine der ersten von den staatlichen Hilfen profitierten. Es geht um die Banken, die nach einer kurzen Phase der aufgesetzten und öffentlichen Demut erst im Stillen, später so als sei niemals etwas gewesen, weiter auf Risiko und den schnellen Erfolg setzen, der ihnen doch so wichtig für das Ego ist. Sie reizen das System weiter aus, vergessen alle zuvor eingestandenen Fehler, leben in Saus und Braus, egal ob sie Verpflichtungen unterschrieben haben, die ihnen das öffentliche zur Schau stellen ihrer wieder in den sechsstelligen Bereich gestiegen Boni verbietet – was wiederum nur ein weiterer Hohn gegenüber den Steuerzahlern auf der ganzen Welt ist, die ihnen den Fortbestand ihres Lebens und Arbeitsplatzes sicherten. Sie treiben das System in nur wenigen Jahren zum Kollaps und werden verantwortlich für große gesellschaftliche Umwälzungen sein. Das Ganze erinnert ein wenig an das biblische Babylon. Aber keine Sorge: Sie werden ihren Spaß gehabt haben. Und auch weiterhin lernresistent sein, wie ich über einen jungen Mitarbeiter einer gerade fusionierten Bank erfahren habe: „Es geht doch schon wieder aufwärts, da können wir dann doch so weitermachen.“

Lippenbekenntnisse und Sonntagsreden

Too much of anything
Is never enough
Too much of everything
Is never enough

You need more You need more You need more
(Pet Shop Boys – Love etc.)

Es mag zu den ganzen Social Networks und Web 2.0-Anwendungen die unterschiedlichsten Meinungen geben, die von sinnvollem Netzwerken, Interaktivität, freier Meinungsäußerung bis hin zur Aufgabe der Privatsphäre gehen.
Ein positiver Aspekt dürfte auf jeden Fall sein, dass es unter den Unternehmen zu einem Umdenken kommt, geraten sie doch immer stärker unter Beobachtung.

Vorbei sollte es von daher auch mit den Lippenbekenntnissen und Sonntagsreden der Unternehmensführungen sein, nach denen sich so mancher Mitarbeiter bestimmt fragt: „Ist dies tatsächlich das Unternehmen, für das ich arbeite? Von all den schönen Dingen, von denen da die Rede war, habe ich noch niemals etwas mitbekommen oder gespürt.“

In Social Networks, und mehr noch in Mitarbeiterbewertungsportalen, werden Unternehmen auf ihre Glaubwürdigkeit hin überprüft, von Mitarbeitern anhand unterschiedlichster Parameter bewertet. Diese Ergebnisse stehen dann für jedermann sichtbar im Internet und werden gerade von Bewerbern oder potenziellen Mitarbeitern begutachtet, die sich ein Bild von möglichen, zukünftigen Arbeitgebern machen wollen. In Zeiten des Fach- und Führungskräftemangels sowie des demographischen Wandels können überhand nehmende unangenehme Kommentare da immense Folgen haben.

Klar, es kann nicht immer alles super sein und es gibt immer Mitarbeiter, die mit irgendetwas oder irgendwem unzufrieden sind – das lässt sich nicht vermeiden. Authentizität und Ehrlichkeit werden jedoch zu immer zentraleren Gesichtspunkten, um sich glaubhaft gegenüber der Außenwelt darzustellen. Und der „leichteste“ Weg, zur Verbesserung der Reputation ist wohl der an einem Employer Branding-Fachkongress von Prof. Dr. Wolfgang Jäger vorgetragene: „Erfüllen Sie die Erwartungen.“ Einfach gesagt, schwer in der Umsetzung. Aber vorbei kommt man daran wohl immer schwieriger.